Herbstausfahrt!

03. - 04. Oktober 2009

Last update: 25. Oktober 2009.

Unser Clubmitglied Gottfried Röck wollte uns schon lange seine engere Heimat, die herrliche Landschaft um Radkersburg, näherbringen. Also wurde vereinbart, dass die Herbstausfahrt in diese (Wein-)Gegend führen wird. Da uns Gottfried auch etliche Hotelzimmer reservieren konnte, wurde die Ausfahrt wahlweise für einen oder zwei Tage ausgeschrieben.

Auch die Sportwagenfahrer schlossen sich mit einer Gruppe an, allerdings wollte man – so die Theorie – völlig getrennt fahren, um sich am Zielort zu treffen. Es wurde die kürzeste und gleichzeitig schöne Strecke, nämlich jene über die Weinebene, gewählt. Schon bei der ersten Kaffeepause auf der Pichler Alm – gerade noch auf Kärntner Boden – trafen sich die beiden Gruppen, wobei zu bemerken ist, dass sich ein Großteil der „Sportwagenchauffeure“ im Gegensatz zur allgemeinen Gruppe nicht in Kolonne – sprich Autoschlange – bewegten, sondern einen „Riesenabstand“ von höchstens 30 Metern (L) hielten, man könnte ja verloren gehen und müsste sich dann mit der detaillierten Streckenbeschreibung abplagen …

Ab der erwähnten Pichler Alm mischten sich dann die Gruppen, so dass man nur mehr von einer gemeinsamen Ausfahrt sprechen konnte. In Gosdorf im Bez. Radkersburg empfing uns Gottfried Röck mit einem besonderen Fast-Oldtimer-Lkw, einem amerikanischen Semi-Truck-Freightliner.  Hier die Daten dieses gewaltigen amerikanischen Trucks: Hubraum 14000 cm3, 6 Zylinder, 403 PS, Baujahr 1986. Anschließend wurde eine Genussrunde in dieser schönen Landschaft gefahren, wobei der Freightliner voraus fuhr und auf geraden, übersichtlichen Streckenteilen einen Speed entwickelte, dem ein serienmäßiger Fiat 500 nicht folgen hätte können. Mittag machten wir dann beim weithin bekannten „Bulldogg-Wirt“ in Hof bei Straden, wo wir auch „ganz zufällig“ die Freunde vom Salzburger Puch-Club, alle im feinsten Trachtengwandl, trafen. Den Namen hat das große Wirtshaus übrigens nicht von der Hunderasse, sondern vom legendären Lanz-Buldogg-Traktor, von dem ein sehr schönes Exemplar im großen Gastraum ausgestellt ist. Das angeschlossene Museum bietet eine derartige Vielfalt an gesammelten Geräten und Fahrzeugen – alles mit landwirtschaftlichem Bezug –, dass auch hartgesottene „Alteisensammler“ staunen.

Während die Teilnehmer mit Übernachtung nach dem Essen zum Hotel fuhren, geleitete Gottfried den „Rest“ nach Radochen, wo er sich mit seiner Frau Gerti in Jahrzehnten harter Arbeit ein kleines Imperium, bestehend aus Kaufhaus, Tankstelle und Fahrzeughandel, geschaffen hat. Nach der Besichtigung seiner Schätze traten die Ein-Tages-Teilnehmer die Heimfahrt an. Die Zwei-Tages-Teilnehmer geleitete dann unser Gastgeber vom Hotel per Taxi zu einem modernen Weingut, das außer erstklassigen Weinen auch Produkte vom Wollschwein anbietet. Das Spitzenerzeugnis ist der superbe, neun Monate im Vulkangestein gelagerte, rein weiße Rückenspeck dieses wieder in die Züchtung aufgenommenen Schweines, der dem italienischen Lardo um nichts nachsteht. Nach der Führung mit Verkostung rundete ein Besuch in der angeschlossenen Buschenschänke das Programm ab.

Am Sonntag Vormittag wurde – wieder bei tollem Wetter – von uns noch mehr wunderbare Landschaft „erfahren“ und kamen so auch in die Markgemeinde Klöch, der „Perle des südoststeirischen Weinlandes“, wo wir aber mangels Zeit nicht verweilen konnten. Endpunkt dieser Rundreise war auch für uns das Gelände der Firma Röck. Wie unsere Clubkollegen tags zuvor bewunderten auch wir die tolle Lkw-Sammlung (u.a. Gräf & Stift, MAN, Steyr, Saurer), alles restauriert, angemeldet, Pickerl und sofort fahrbereit. Dass Haflinger und Pinzgauer, sowie einige andere schöne Oldtimer dazugehören ist praktisch selbstverständlich. Bei Sturm und Maroni wurde ein bisschen getratscht, als ein Freund des Hauses mit dem detailgetreuen Nachbau eines historischen Doppeldeckers aus dem 2. Weltkrieg über unseren Köpfen auftauchte und schwierige Kunstflugfiguren zeigte. Dann landete er auf dem nebenan gelegenen Leichtflughafen, wo wir uns seine Maschine genau ansehen konnten.

Nach dieser herzlichen Einladung geleitete uns Gottfried mit seinem herrlichen schwarzen Mercedes 220 SE vom Baujahr 1958 noch ein Stück des Weges, ehe wir uns von ihm verabschiedeten. Über die Soboth gelangten wir dann wieder in heimatliche Gefilde. Beim Abschiedsbecher wurde allgemein festgestellt, dass diese Herbstausfahrt „einfach super“ war.

Unser besonderer Dank gilt aber Gottfried Röck, der zu dieser gelungenen Veranstaltung Idee, Planung und Ausführung innehatte…

Rudolf Schranz 

 

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